Riesige Werbetafel an der Römerstraße - Gastkommentar Thomas Erl, Stadtplaner

12.4.2017  Die Römerstraße in der Südstadt mit einer gigantischen Werbetafel zu markieren, steht allen Bemühungen aus der Römerstraße zukünftig eine Stadtstraße zu machen entgegen! Man kennt solche riesigen Werbetafeln ausschließlich aus den endlos öden und hässlichen Stadteinfahrten Madrids oder Lissabons. Über Kilometer schlängeln sich Autobahnen im Spalier gesäumt von eben genau diesen Werbetafeln durch die immer gleichen Gewerbegebiete. Wertschätzung zugunsten unserer Umwelt, unserer Stadtquartiere geht anders!

Die Größe dieser Werbetafeln zielt auf den Autofahrer ab. Vom Auto aus muss man die Werbebotschaften schon von weitem wahrnehmen können. Das ist kontraproduktiv für die Römerstraße. Auch die zunehmende Ökonomisierung des öffentlichen Raumes steht der Forderung nach mehr „Lebensqualität“ in den Quartieren entgegen. Sao Paulo, die brasilianische Megacity hat schon vor Jahren Werbung im Stadtgebiet rigoros verboten. Die Stadt ist danach zunehmend „ruhiger“ geworden, die visuelle „Umweltverschmutzung“ verschwunden. Soviel Geld kann eine Kommune mit diesen Werbetafeln gar nicht einnehmen, um die Kollateralschäden, die sie erzeugen zu bezahlen. Das ist weder nachhaltig noch schön!
Thorsten Erl, Architekt + Stadtplaner BDA, Vorsitzender formAD e.V.

12.04.2017 - 21:00