Bunte Linke: Stadt muss Eintrag von Plastik in die Umwelt erheblich verringern

„Praktisch überall in der Welt findet sich heute Plastik, nicht nur in Flüssen und im Meer. Dabei handelt es sich nicht nur um größere, sichtbare Plastikteile, wie die die zum Tod von Meerestieren führen. In den Böden der entlegensten Gegenden der Erde, auf Gletschern in den Alpen, in der Arktis, in Pflanzen und Tieren, in Nahrungsmitteln und auch im Menschen findet sich Mikroplastik,“ begründet Stadtrat Dr. Arnulf Weiler-Lorentz eine Initiative der Bunten Linken im Gemeinderat.

Mikroplastik gelangt auf unterschiedliche Weise in die Umwelt. Sie ist in Kosmetika und in technischen Reinigungsmitteln enthalten. Sie wird durch das Waschen synthetischer Kleidung, durch den Abrieb von Autoreifen, durch Auswaschen aus Sportplätzen mit Kunstrasen freigesetzt. Schließlich entstehen sie auch durch den Zerfall von größeren Kunststoffteilen, u.a. bei der Kompostierung von Bioabfall.

Mikroplastik-Teilchen haben eine Größe zwischen 5 mm und dem Nanobereich und sind damit z.T. in der Lage über den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn und in Organe einzudringen. Dies ist zumindest bei Fischen belegt. Die Auswirkungen dieser Plastikpartikel auf Pflanzen, Tiere und Menschen sind nicht hinreichend untersucht. Bekannt ist allerdings, dass sie Entzündungsreaktionen auslösen können. Teilweise enthalten sie biologisch aktive Substanzen und lagern Umweltgifte an. 

Der Antrag fordert eine Überprüfung der Möglichkeiten der Stadt, den Eintrag von Plastik, insbesondere von Mikroplastik, in die Umwelt drastisch zu verringern. „Wir haben vor allem das Beschaffungswesen im Blick“, so Bunte Linke-Mitglied Roswitha Claus. “Hier gilt es Einmalartikel aus Plastik zu vermeiden und Substanzen, die Mikroplastik enthalten.“ In der Abfallwirtschaft müsse der Eintrag von Plastik bei der Kompostierung verringert oder der gesamte Prozess der Verarbeitung umgestellt werden. Beim Abwasser fordert die Bunte Linke eine vierte Reinigungsstufe für Mikroplastik, wie sie in Bayern und in der Schweiz bereits in Planung ist.     

06.09.2019 - 13:30